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Energiesparhaus bauen: Standard, Technik und Förderung

Wer heute baut, legt den Energieverbrauch der nächsten Jahrzehnte fest. Was ein Energiesparhaus 2026 rechtlich bedeutet, welche Effizienzhaus-Stufen es gibt, welche Förderung möglich ist und warum die Gebäudehülle mehr entscheidet als die Heiztechnik.

Ratgeber 7 Minuten Lesezeit Stand August 2026

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Ein Haus, das heute entsteht, steht in fünfzig Jahren noch. Die Entscheidungen über Dämmung, Dichtheit und Wärmeversorgung fallen dagegen in wenigen Wochen der Planung, und sie lassen sich später nur mit erheblichem Aufwand korrigieren. Dieser Beitrag ordnet ein, was der Begriff Energiesparhaus im Jahr 2026 konkret bedeutet, welche Stufen es gibt und was der Staat dazugibt.

Energiesparhaus ist ein Sammelbegriff, kein Rechtsbegriff

Energiesparhaus, Niedrigenergiehaus, KfW-Haus, Passivhaus: im Alltag werden diese Wörter in einem Atemzug genannt. Rechtlich verbindlich ist keines davon. Maßgeblich sind zwei ganz andere Größen, und die sollten Sie kennen, bevor Sie das erste Angebot vergleichen.

  • Die gesetzliche Anforderung. Sie legt fest, wie viel Energie ein Neubau höchstens brauchen darf. Wer darunter bleibt, baut freiwillig besser.
  • Die Effizienzhaus-Stufe. Sie ist der Maßstab der staatlichen Förderung. Die Zahl gibt an, wie viel Primärenergie das Gebäude im Vergleich zu einem gedachten Referenzgebäude benötigt.

Ein Effizienzhaus 55 kommt also mit 55 Prozent des Primärenergiebedarfs dieses Referenzgebäudes aus, ein Effizienzhaus 40 mit 40 Prozent. Je kleiner die Zahl, desto sparsamer das Haus.

Was das Gesetz heute verlangt

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) hat im November 2020 das Energieeinsparungsgesetz, die Energieeinsparverordnung und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz abgelöst und deren Regeln zusammengeführt. Wenn Ihnen in einem Prospekt noch die EnEV begegnet, arbeitet jemand mit veralteten Unterlagen.

Seit dem 1. Januar 2023 darf ein Neubau höchstens 55 Prozent des Jahres-Primärenergiebedarfs eines Referenzgebäudes erreichen. Das gesetzliche Mindestmaß liegt damit rechnerisch auf dem Niveau eines Effizienzhauses 55.

Am 10. Juli 2026 haben Bundestag und Bundesrat das Gebäudemodernisierungsgesetz beschlossen, das an die Stelle des bisherigen Rechts tritt. Für Bauherren sind drei Punkte daran wichtig.

  • Die pauschale Pflicht, neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, entfällt. Dafür müssen neu eingebaute Gas- und Ölheizungen ab 2029 einen wachsenden Anteil biogener Brennstoffe nutzen: 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040.
  • Ab 2030 gilt für Neubauten das Nullemissionsgebäude als Standard. Am Gebäude selbst dürfen dann keine Emissionen aus fossilen Brennstoffen mehr entstehen. Für Gebäude der öffentlichen Hand greift das bereits ab 2028.
  • Hinzu kommen eine schrittweise Solarpflicht für neu errichtete Gebäude und die Pflicht, die Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus zu berechnen.

Daraus folgt eine schlichte Rechnung. Wer heute knapp das Mindestmaß erfüllt, zieht in ein Haus ein, das schon wenige Jahre später nicht mehr dem entspricht, was für Neubauten gefordert wird. Und Dämmung, Dichtheit und Wärmebrückenfreiheit nachträglich zu verbessern kostet am fertigen Gebäude ein Vielfaches dessen, was dieselbe Qualität im Rohbau gekostet hätte.

Die Stufen im Vergleich

Effizienzhaus 55

Entspricht dem heutigen gesetzlichen Neubauniveau. Als Förderstufe wurde es befristet wieder aufgenommen. Öl und Gas sind als Wärmeerzeuger ausgeschlossen.

Effizienzhaus 40

Höchstens 40 Prozent des Referenzbedarfs, dazu spürbar strengere Anforderungen an die Gebäudehülle. Neben Öl und Gas ist hier auch Biomasse als Hauptwärmeerzeuger ausgeschlossen.

Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude

Das QNG ist kein Energiestandard, sondern eine Nachhaltigkeitsbewertung über den gesamten Lebenszyklus, bestätigt durch ein Zertifikat. Es kommt zum Effizienzhaus 40 hinzu und hebt den Förderrahmen an.

Passivhaus

Kein staatlicher Standard, sondern ein Standard des Passivhaus Instituts. Kern ist ein Jahresheizwärmebedarf von höchstens 15 Kilowattstunden je Quadratmeter Wohnfläche im Jahr. Ein Passivhaus kommt in der Regel ohne klassische Zentralheizung aus: die Wärme liefern Sonneneinstrahlung, die Abwärme von Menschen und Geräten und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

Woran ein Energiesparhaus wirklich hängt

In vielen Beratungsgesprächen geht es zuerst um die Heizung. Die Reihenfolge ist verkehrt herum. Was ein Haus verbraucht, entscheidet die Hülle. Die Technik verteilt nur noch, was die Hülle übrig lässt. In dieser Reihenfolge sollten die Entscheidungen fallen:

  1. Dämmung ohne Lücken. Für das Ergebnis zählt nicht der Mittelwert der Wand, sondern die schlechteste Stelle.
  2. Wärmebrücken vermeiden. Die Anschlüsse von Bodenplatte, Wand, Decke und Fenster sind die eigentliche Kunst. Dort entstehen die Verluste, und dort entsteht später der Schimmel.
  3. Luftdichtheit nachweisen. Eine undichte Hülle macht jede Dämmung zunichte. Der Blower-Door-Test gehört zu einem Zeitpunkt in den Bauablauf, an dem Nachbessern noch möglich ist.
  4. Fenster und Verschattung zusammen planen. Große Südfenster sind im Winter ein Gewinn und im Sommer ein Risiko, wenn außen liegender Sonnenschutz fehlt.
  5. Kontrolliert lüften. In einem dichten Haus ist die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kein Luxus, sondern Bauphysik. Für die KfW-Förderung ist sie nicht vorgeschrieben, sinnvoll ist sie fast immer.
  6. Erst dann die Anlagentechnik. Steht die Hülle fest, lässt sich die Heizlast seriös berechnen und die Wärmepumpe passend auslegen, statt sie vorsichtshalber zu groß zu wählen.

Warum wir massiv bauen

Massiv bauen heißt Speichermasse. Ein schweres Bauteil nimmt Wärme auf, hält sie und gibt sie zeitversetzt wieder ab. Im Winter puffert das die kalten Nachtstunden, im Sommer verschiebt es die Hitze des Tages in die Nacht, in der sich das Haus durchlüften lässt. Mit jedem heißeren Sommer wird dieser sommerliche Wärmeschutz wichtiger, und genau dort stoßen leichte Konstruktionen an ihre Grenzen.

Dazu kommen Schallschutz, Brandverhalten und Wertbeständigkeit. Ein massives Haus lässt sich im Bestand leichter bewerten und beleihen, weil Bauweise und Lebensdauer bekannt sind.

Ein Haus ist ein Lebenswerk. Da setze ich auf beste und sparsamste Technik.

Udo Hass, Geschäftsführer der OVEB GmbH

Bei uns sind daraus zwei Bausysteme geworden. Beim isorast-Wandsystem werden vorgefertigte Schalungselemente aus Hartschaum trocken gesetzt und geschosshoch mit Beton verfüllt. Es entsteht eine dreischalige Wand mit Dämmung innen und außen und einem tragenden Kern dazwischen, ohne die Schwachstellen, die sonst an Stürzen und Ringankern entstehen. Die gedämmte IsoLohr-Bodenplatte setzt dasselbe Prinzip unten fort: die Dämmung liegt unter und um die Platte und dient beim Betonieren zugleich als Schalung. Der Übergang von Bodenplatte zu Wand, klassisch eine der größten Schwachstellen im Neubau, ist damit von Anfang an gedämmt.

Was daraus wird, zeigen unsere ausgeführten Bauvorhaben, vom Einfamilienhaus im Standard KfW 55 bis zum Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohneinheiten im Standard KfW 40 Plus.

Förderung: was 2026 möglich ist

Die zentrale Neubauförderung des Bundes läuft über die KfW und wird als zinsverbilligter Kredit vergeben, nicht als Zuschuss. Wichtig für die Planung sind zwei Dinge: die Stufe Effizienzhaus 55 ist befristet, der Antrag muss spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingehen. Und der Antrag gehört vor den Vertrag, denn ein zu früh unterschriebener Bauvertrag kostet die gesamte Förderung.

Programmnummern, Höchstbeträge, die Antragsreihenfolge Schritt für Schritt und was daneben noch infrage kommt, haben wir unter Fördermöglichkeiten zusammengestellt.

Selbst mit anpacken

Nicht jeder Bauherr möchte alles vergeben, und nicht jeder kann alles selbst machen. Wir bieten deshalb beides an: schlüsselfertige Häuser und Selbstbausysteme mit Baubetreuung, bei denen Sie klar abgegrenzte Arbeiten übernehmen und wir Planung, Material und Abnahme begleiten. Beide Wege sind mit den Effizienzhaus-Stufen vereinbar. Wie Eigenleistungen in der Förderung berücksichtigt werden, klärt Ihre Energieeffizienz-Fachkraft für Ihr Vorhaben.

Was das für Ihr Bauvorhaben bedeutet

Wir sind ein Familienbetrieb aus Dollrottfeld in der Landschaft Angeln und bauen seit fast 30 Jahren in Schleswig-Holstein und in Dänemark. Wenn Sie mit einem Grundstück, einem Entwurf oder auch nur einer Idee zu uns kommen, rechnen wir mit Ihnen durch, welche Effizienzhaus-Stufe realistisch erreichbar ist, was sie im Rohbau bedeutet und wie sich das mit Ihrem Zeitplan verträgt.

Stand August 2026. Dieser Beitrag gibt einen Überblick und ersetzt weder eine Energieberatung noch eine Rechts- oder Förderberatung im Einzelfall.

Planen Sie ein Energiesparhaus?

Wir gehen mit Ihnen durch, welche Effizienzhaus-Stufe zu Ihrem Grundstück, Ihrem Zeitplan und Ihrem Budget passt.

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